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Denkraum

Jugend denkt vor: Bildung für morgen

Laut einer EU-Studie werden 90 Prozent aller Berufe in naher Zukunft digitale Kompetenzen erfordern. 40 Jugendliche wollten es beim Denkraum „Jugend denkt vor“ in Essen genauer wissen: Sie entwickelten praktische Antworten auf die Frage, was, wo und wie wir heute lernen müssen, um auf die Arbeitswelt von morgen vorbereitet zu sein.

Einen Tag lang schlüpften die Schüler, Auszubildenden und Studierenden dafür bei dem Design Thinking-Workshop im Unperfekthaus in unterschiedliche Rollen und erarbeiteten digitale Bildungskonzepte für verschiedene Altersgruppen. Was sollte in der Grundschule auf dem Lehrplan stehen, wie funktioniert digitale Bildung für junge Erwachsene? Welche sozialen Kompetenzen braucht es in einer zunehmend digitalisierten Arbeitswelt – und von welchen „Digital-Fortbildungen“ können Berufstätige mit wenig Zeit profitieren?

Viele Einsichten und sechs konkrete Projektideen

Spezielle Lösungen für spezifische Bedarfe: Mit der Idee eines Mentoringprogramms zur Berufswahl, bei der über eine Online-Plattform nach einem Berufswahltest standortbasiert Auszubildende oder Studierende als persönliche Mentoren und Lernbegleiter vermittelt werden, haben die Jugendlichen unter anderem den Ansatz verfolgt, digitale Wissensvermittlung und persönlichen Austausch zusammenzuführen.

Geht es nach den Jugendlichen, so kommen bald Videodrohnen im Sportunterricht zum Einsatz und helfen Lehrenden dabei, unkompliziert Lernvideos zur Vermittlung von komplexen Bewegungsabläufen zu erstellen. Mit Algo-you gehen zudem auch die bereits bekannten Sprachlern-Apps neue Wege und antizipieren in Zukunft die Lerngeschwindigkeit ihrer Nutzer, meinen die Jugendlichen. Dass das virtuelle Klassenzimmer auch außerhalb der Schule sinnvoll eingesetzt werden kann, diesen Beweis hat eine weitere Gruppe mit ihrer Produktidee des „mobile expert“ angetreten. Ihre Vision: Videokonferenzschaltungen in einem weltweiten Expertennetzwerk ermöglichen ein global geteiltes Wissen auf Basis des direkten Austauschs und individuellen Fragestunden. Von anderen lernen und eigenes Wissen ins Netzwerk geben – weil heute, ob durch Hobby, Familie oder Beruf, jede und jeder Experte in gewissen Feldern sei, könne die Plattform weitergedacht eine neue, offene Bildungslandschaft fördern und die traditionelle Unterscheidung zwischen Lernenden und Lehrenden aufheben. 

Was aber ist mit denjenigen, die der zunehmenden Digitalisierung der Arbeits- und Lebenswelt kritisch gegenüberstehen oder hoffen, die Digitalisierung ginge an ihrem Berufsalltag ohne Veränderungen vorbei? Während eine Teilnehmergruppe mit „Scam“ ein neues Werkzeug für die virtuelle Qualitätskontrolle in der Produktion entwickelte, gingen die Jugendlichen auch der Frage der Lernmotivation nach: „How2device“ haben sie ihren Ansatz genannt, bei dem die digitale Kompetenzvermittlung ganz analog und vor Ort stattfindet. Dabei mutet das Vorgehen mit Seminartagen für die Beschäftigten eines Unternehmens geradezu klassisch an. Worum diese Methode auch in Zeiten von Lernapps und Co. noch Erfolg verspricht? Die Antwort der Jugendlichen fällt augenzwinkernd aus: Weil es für alle Arbeitnehmer, die an dem Seminar teilnehmen einen Urlaubstag mehr geben sollte, und sie so ganz unmittelbar erfahren, dass Digitalisierung sich in vielen Fällen auszahlt.  

Jugend denkt vor wörtlich genommen

Unterstützt wurde der Denkraum Jugend denkt vor von Evonik. Henrik Hahn, Leiter Digitalisierungsstrategie Evonik Industries AG und CEO der neugegründeten Evonik Digital GmbH über die Ergebnisse des Tages: „Wenn wir von Beschleunigung und Vernetzung, Virtualisierung und Automatisierung – kurz, von Digitalisierung – reden, so sprechen wir nicht allein über Technik. Es entstehen neue soziale Gestaltungsspielräume, zum Beispiel beim Lernen und in der Zusammenarbeit. Mit ihren Ideen haben die Jugendlichen das bereits beeindruckend herausgearbeitet und bewiesen, dass Jugend denkt vor hier wörtlich zu verstehen ist.“ Fazit: So unterschiedlich die Projektideen der Jugendlichen ausfallen, eines machen sie gemeinsam deutlich. Digitale Bildung mag im Kindesalter beginnen, sie hört dort aber längst nicht auf. Auch für diejenigen, die nicht mehr die Schulbank drücken, gilt: Wir werden manches um- und vieles neu lernen müssen. Die gute Nachricht: An kreativen Ideen, um das lebenslange Lernen in Sachen digitaler Bildung erfolgreich zu meistern, herrscht kein Mangel, wie der Jugenddenkraum in Essen gezeigt hat.

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Unsere Mitdenker

Cordula Nowotny

Tagesmoderation, Consultant, IFOK

Dr. Henrik Hahn

Leiter Digitalisierungsstrategie, Evonik Industries AG

Jörg Naffin

WS Kunststoff-Service GmbH

Klaus Michael Rübsam

Logata Digital Solutions GmbH

Rainer Striewski

freier (Daten-)Journalist

Veranstaltung am 3. Mai in Essen

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