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Kofi Annan „Die Globalisierung hat uns einander näher gebracht […], aber nicht in dem Sinn, dass wir alle die Vorteile wie auch die Lasten teilen.“
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Globalisierung

Der Denkraum Globalisierung fand am 2. Juni 2016 ganztägig in Leipzig statt. Vertreter aus Wirtschaft, Politik, Zivilgesellschaft wie auch Bürgerinnen und Bürger befassten sich mit der Globalisierung der Märkte und den damit verbundenen Herausforderungen für die Soziale Marktwirtschaft. Folgende Fragen prägten die Debatte: Wo liegen die Grenzen des freien Wettbewerbs und der freien Märkte? Wie viel Regulierung braucht und erträgt der Markt? Wann sind die natürlichen Grenzen von Wachstum erreicht und ist die Globalisierung gerecht? Themenpate für das Thema Globalisierung ist die Deutsche Post DHL Group.

Mitdenken & Gestalten

Verschiedene Podiumsdiskussionen und zahlreiche Impulse ermöglichten den Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Denkraum Globalisierung einen vielfältigen Einblick in das komplexe Thema Globalisierung.

Melanie Kreis, Mitglied des Vorstands der Deutschen Post DHL Group, berichtete in ihrer Ansprache als Themenpatin über die Auswirkungen der Globalisierung auf das Unternehmen. Globalisierung sei nicht nur eine der prägendsten Entwicklungen der Gegenwart, sondern habe auch immens positive Auswirkungen. Die intensivere weltweite Vernetzung sei einer der Schlüsselfaktoren für verbesserte Lebensbedingungen auf der Erde und damit eine bessere Zukunft. Logistik spiele dabei eine unverzichtbare Rolle und leiste einen entscheidenden Beitrag zu mehr Wohlstand, so Melanie Kreis.

Amadou Diallo kam in den neunziger Jahren mit seinen Eltern aus dem Senegal nach Deutschland und ist heute CEO von DHL Freight der Deutschen Post DHL Group. Aus seiner eigenen Geschichte, aber auch aus der Karriere von Barack Obama zieht er eine einfache, einprägsame Erkenntnis: „Globalisierung ist positiv.“

Doch ist Globalisierung gerecht? – Diese Frage stellte sich Marion Lieser, Geschäftsführerin von Oxfam Deutschland, in der Diskussion mit Melanie Kreis, Beate Hofmann, Managing Director des Global Transaction Banking der Deutschen Bank, Prof. Andreas Schulz, Direktor des Gewandhaus Leipzig und Dr. Erdal Yalcin, stellvertretender Leiter des ifo Zentrum für Außenwirtschaft am Münchner ifo Institut. Ein Markt, der nur nach ökonomischen Regeln agiert, ist ihrer Meinung nicht das, was sich die Gesellschaft wünscht. Marion Lieser fordert daher den Staat auf, Leitplanken für Unternehmen aufzustellen, denn die Selbstregulierung der Unternehmen reiche nicht aus. Sie glaubt nicht, dass heute globale Gerechtigkeit herrscht.

„Die Isolation der Schwellenländer im Zuge der Globalisierung ist keine Lösung. Die Globalisierung bietet Chancen für ärmere Länder“, brachte Dr. Erdal Yalcin in die kontroverse Debatte über die Auswirkungen der Globalisierung mit ein. Er stellte zudem die Frage nach der Alternative für Schwellenländer in Zeiten sich stark verändernder Wirtschaftsbeziehungen: „Sie müssen die Chance der Globalisierung nutzen.“

Katharina Buch, Jugenddelegierte zur UN-Generalversammlung, und Bianca C. Perina, Studentin der University of London und Koordinatorin bei be.boosted – Association for shaping global leaders, machten in ihren Pecha Kucha Vorträgen deutlich, dass die Jugend die Globalisierung mit gemischten Gefühlen betrachtet und negative globale Folgen des weltweiten Handels nicht außer Acht lassen möchte. Es sind aber diese Probleme, die junge Menschen wie Katharina Buch animieren, sich für eine bessere Welt einzusetzen.

In den verschiedenen Szenario-Denkräumen wurden die Eindrücke der zahlreichen Impulse aufgegriffen und weiterdiskutiert. Dabei wurde beispielsweise über das Arbeitszeitmodell der 4-Tage-Woche diskutiert. Durch die immer stärkere internationale Vernetzung von Unternehmen fühlen sich Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auch stärker unter Druck. Die 4-Tage-Woche könnte hierbei etwas Entlastung schaffen und Ideenvielfalt wie auch Kreativität der Menschen fördern.

Eine weitere Idee aus den Szenario-Denkräumen besteht in einem europäischen Austauschprogramm für Lehrerinnen und Lehrer namens „Lehrasmus“. Dies würde an das bestehende Erasmus-Programm der Europäischen Union für Studierende anknüpfen. Gerade für Lehrerinnen und Lehrer, die Kinder auf das Leben in einer globalisierten und vernetzten Welt vorbereiten sollen, böte ein solches Programm die Möglichkeit, andere Bildungssysteme und -methoden kennenzulernen und Schülerinnen und Schüler in Deutschland auf das Leben und Arbeiten in einer globalisierten Welt vorzubereiten.

Zwischenfazit

Dass nachhaltiges Handeln gerade mit Blick auf die aktuellen Herausforderungen von Globalisierung keine hohle Phrase für die Zukunft unseres Gesellschafts- und Wirtschaftsmodells sein darf, sondern als Prämisse gelten muss, zeigten die diversen Diskussionen im Denkraum Globalisierung. Mit ihrem vielfältigen Engagement machten junge Menschen unter den anwesenden Gästen aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft deutlich: Jeder kann seinen Beitrag zu einer erfolgreichen Globalisierung leisten, wenn er denn will.

 

 

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Unsere Mitdenker

Dr. Hans-Peter Meister

Tagesmoderation, Gründer, IFOK, Mitglied des Gesellschafterausschusses

Gerald Braunberger

Tagesmoderation, Redakteur Finanzmarkt F.A.Z.

Melanie Kreis

Mitglied des Vorstands, Deutsche Post DHL Group

Prof. Andreas Schulz

Direktor, Gewandhaus Leipzig

Beate Hofmann

Managing Director, Global Transaction Banking, Deutsche Bank

Marion Lieser

Geschäftsführerin, Oxfam Deutschland

Jürgen Matthes

Leiter Kompetenzfeld Internationale Wirtschaftsordnung, Institut der deutschen Wirtschaft Köln

Dr. Martin Koch

Fakultät für Soziologie, Universität Bielefeld

Dr. Antje Niven

Director of Admissions Administration, Leipzig International School

Amadou Diallo

CEO DHL Freight, Deutsche Post DHL Group

Holger Steltzner

Herausgeber, F.A.Z.

Katharina Buch

Jugenddelegierte zur UN-Generalversammlung

Bianca C. Perina

Studentin, University of London; Koordinatorin, be.boosted – Association for shaping global leaders

Veranstaltung am 2. Juni 2016 in Leipzig