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Richard von Weizsäcker „Soziale Marktwirtschaft vollzieht sich nicht in Gesetzbüchern, sondern im Denken und Handeln der Menschen.“
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Fazit 2016

Mit dem Denkraum Fazit fand der Denkraum Für Soziale Marktwirtschaft am 19. September 2016 in Berlin seinen Jahresabschluss und führte die bisher gewonnenen Ergebnisse zusammen. In regionalen Denkraum-Veranstaltungen sowie im Online-Denkraum waren in den vergangenen Monaten gemeinsam Lösungen für drei zentrale Herausforderungen für unser Wirtschafts- und Gesellschaftssystem, den demografischen Wandel, die Globalisierung und die digitale Transformation diskutiert und erarbeitet worden. Der Denkraum Fazit 2016 brachte erneut junge Menschen Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft zusammen und lud zum gemeinsamen Debattieren der gewonnenen Erkenntnisse und Handlungsfelder ein.

MITDENKEN & GESTALTEN

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Denkraum Fazit 2016 erlebten, wie die bisher gewonnenen Erkenntnisse gebündelt und weiterentwickelt wurden. Wie wir zusammenleben wollen, wie wir unsere Wirtschaft stärken, wie wir lernen und arbeiten wollen, wie wir Wohlstand und gutes Leben sichern – diese vier Themenschwerpunkte prägten die bisherige Debatte beim Denkraum Für Soziale Marktwirtschaft und leiteten daher auch die Diskussionen beim Denkraum Fazit 2016.

Wie wollen wir in Zukunft zusammenleben? Welche Themen werden unser Miteinander bestimmen? Mit ihrer Vision von Deutschland im Jahre 2030 wagten fünf Vertreterinnen und Vertreter der Parteijugendorganisationen einen Blick voraus. Einig waren sich Konstantin Kuhle (Junge Liberale), Sven Liebert (Unsere Zeit e.V., SPD), Jamila Schäfer (Grüne Jugend), Nicolas Sölter (Junge Union) und Janis Walter (linksjugend) darin, den Optimismus und Gestaltungswillen der heutigen Jugend zu nutzen und Veränderungen voranzutreiben. „Die Welt rettet sich nämlich nicht von selbst“, so Schäfer. In der Bewältigung der aktuellen Herausforderungen und Krisen sahen die Jungpolitikerinnen und -politiker dabei die größten Aufgaben für die Zukunft - von der Bekämpfung von Armut und Ungleichheit, der Integration von Flüchtlingen bis hin zur Generationengerechtigkeit und der Finanzierung von Bildung. Janis Walter stellte dagegen, dass Krisen inzwischen als Dauerzustand gälten, weshalb über neue Begriffe und Alternativen des Zusammenlebens und Wirtschaftens nachgedacht werden müsse.

MEHR MUT UND EINE KULTUR DES SCHEITERNS SCHAFFEN

In der Podiumsrunde zur Frage „Wie wir unsere Wirtschaft stärken“ diskutierten Dr. Frank Appel, CEO der Deutsche Post DHL Group, Prof. Dr. Clemens Fuest, Präsident des ifo Instituts, Dr. Simone Peter, Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Christian Sewing, Mitglied des Vorstands Deutsche Bank sowie Friederike Tschacksch, Gründerin von „Gegessen wird immer“ über Innovationspotentiale der deutschen Wirtschaft. Die Diskutanten plädierten dabei für mehr Risikobereitschaft und Mut sowie die Entwicklung einer neuen Fehlerkultur. Eine Abstimmung unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die sich während der gesamten Veranstaltung über das Beteiligungstool IFOK.ideactive direkt in die Diskussionen einbringen konnten, bestätigte dies. Ein Drittel von ihnen sah das größte Potential zur Stärkung der Wirtschaft in einem Mentalitätswechsel hin zu mehr Risikobereitschaft, Eigeninitiative und Scheitern Dürfen. Prof. Dr. Clemens Fuest gab jedoch zu bedenken, dass ein Mentalitätswechsel Zeit brauche. Jetzt könne man lediglich die dafür notwendigen Rahmenbedingungen verändern.

Bundesfinanzminister Dr. Wolfgang Schäuble betonte die Notwendigkeit von ständigen Aushandlungsprozessen in der Demokratie und die Zeit, die Deutschland nun brauche, das Spannungsfeld zwischen schnellen technischen Veränderungen und dem meist langsameren gesellschaftlichen Wandel aufzulösen. Im Gespräch mit Holger Steltzner, Herausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, hob Schäuble aber auch die Überlegenheit unserer Wirtschaftsordnung hervor.

In der Podiumsrunde zum Thema „Wie wir lernen und arbeiten wollen“ diskutierten Joe Kaeser, CEO der Siemens AG, Leon Reiner, Managing Director des Impact Hub Berlin, Johanna Reiß, Sprecherin des Stipendiatenrats der Stiftung der deutschen Wirtschaft und Prof. Dr. Johanna Wanka, Bundesministerin für Bildung und Forschung. Es sei wichtig, Kinder schon im Kindergarten an digitale Technologien heranzuführen und ihr Interesse an MINT-Fächern zu wecken, so Bundesministerin Wanka. Ein Anfang sei gemacht, diesen gelte es nun fortzuführen. Zugleich wurden die Chancen von Digitalisierung für eine innovative Arbeitswelt 4.0 und die Idee eines „Jahr des Scheiterns“ diskutiert.

Zum Thema „Wie wir Wohlstand und gutes Leben sichern“ diskutierten zum Abschluss Nicola Beer MdL, Generalsekretärin der FDP, Prof. Dr. Helge Braun MdB, Staatsminister bei der Bundeskanzlerin und Tanja Gönner, Vorstandssprecherin der GIZ. Einig war die Runde darin, dass unser Wohlstand sowohl finanziell als auch ökologisch nicht zu Lasten anderer Länder oder zukünftiger Generationen gehen dürfe.

Wie in allen bisherigen Denkräumen stand auch beim Denkraum Fazit die Partizipation aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Vordergrund. Im Café SoMa wurden die bisherigen Ergebnisse entlang der vier Leitfragen visuell aufbereitet. In kleinen Gesprächsrunden bot sich den Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Möglichkeit, sich über die bisherigen Debatten zu informieren, ins Gespräch zu kommen und Lösungsansätze weiterzuentwickeln. Die Idee eines „Jahr des Scheiterns“ ist im Café SoMa genauso entstanden wie die Aufforderung an Wirtschaftsunternehmen, sich mit ihrem ökologischen Fußabdruck auseinanderzusetzen, da die soziale Marktwirtschaft nur in Einheit mit der Ökologie funktionieren kann.

ZWISCHENFAZIT

Wie Bundesminister Schäuble herausstellte, brauche der Dialog über gesellschaftliche Herausforderungen Zeit, dafür würden noch viele weitere Denkräume nötig sein.

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Unsere Mitdenker

Dr. Hans-Peter Meister

Tagesmoderation, Gründer, IFOK, Mitglied des Gesellschafterausschusses

Lilly Wagner

Tagesmoderation, freie Redakteurin und Moderatorin

Dr. Frank Appel

Vorstandsvorsitzender, Deutsche Post DHL Group

Jason Bartsch

Spokenwordpoet

Prof. Dr. Clemens Fuest

Präsident, ifo Institut – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München e.V.

Joe Kaeser

Vorsitzender des Vorstands, Siemens AG

Konstantin Kuhle

Bundesvorsitzender, Junge Liberale

Sven Liebert

SPD

Daniel Osterwalder

visualdynamics

Dr. Simone Peter

Bundesvorsitzende, BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN

Johanna Reiß

Studentin, Stipendiatin, Stiftung der Deutschen Wirtschaft

Jamila Schäfer

Bundessprecherin, GRÜNE JUGEND Bundesverband

Dr. Wolfgang Schäuble

Bundesminister der Finanzen

Christian Sewing

Mitglied des Vorstands, Deutsche Bank AG

Holger Steltzner

Herausgeber, F.A.Z.

Friederike Tschacksch

Gründerin, Gegessen wird immer GmbH

Prof. Dr. Johanna Wanka

Bundesministerin für Bildung und Forschung

Paul Ziemiak

Bundesvorsitzender, JUNGE UNION Deutschlands

Veranstaltung am 19. September 2016 in Berlin