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Ludwig Erhard "Wohlstand [...] zu bewahren ist noch schwerer, als ihn zu erwerben."
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Digitales Bayern

Wie digital ist Bayern? Wie kann die Digitalisierung im Freistaat gelingen? Diese Fragen standen im Fokus des Denkraum Digitales Bayern am 24. September 2018 im Thon-Dittmer-Palais in Regensburg in Partnerschaft mit der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) und dem Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI). Die Digitalisierung sei weder per se gut noch schlecht, sondern wir müssen sie als Gesellschaft gemeinsam gestalten, damit sie positive Effekte auf die Soziale Marktwirtschaft hat, betonte Professor Dr. Broy, Gründungspräsident und wissenschaftlicher Geschäftsführer des Zentrum Digitalisierung Bayern und Mitglied des Zukunftsrats der Bayerischen Wirtschaft in seinem Impulsvortrag zu den Folgen der digitalen Transformation für Wirtschaft und Gesellschaft, und formulierte damit auch den Grundgedanken des Denkraum.

Wie die Arbeitszeiten der Zukunft gestalten?

In seiner Begrüßung machte Dr. Frank Rahmstorf, Geschäftsführer und Leiter der Grundsatzabteilung Recht der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) und damit Co-Gastgeber des Abends, deutlich, wie sehr die Digitalisierung unser Leben durchdringt. Die Arbeitszeitregelungen in Deutschland seien daher anzupassen, um auf die Möglichkeiten der flexiblen Arbeit von unterwegs, von Zuhause und zu jeder Uhrzeit zu reagieren, ohne die 40-Stunden-Woche auszuhebeln. Dieser Vorschlag führte auf dem Podium zu einer kontroversen Debatte; die wirtschaftspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Bayerischen Landtag, Annette Karl, und der Vorsitzende des DGB Bayern, Matthias Jena, hielten dagegen, dass man diejenigen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer schützen müsse, die nicht selbstbestimmt spät abends auf dem heimischen Sofa ihre dienstlichen E-Mails lesen, sondern von denen Erreichbarkeit rund um die Uhr erwartet wird oder die als Bedienung bei einer Hochzeit nichts gegen eine 14-Stunden-Schicht tun können.

Bildung nutzen, um gleiche Startchancen zu schaffen

Das zweite große Thema des Denkraum Digitales Bayern war die Bildung. Leander Benninger, Maximilian Gschwendner, Magnus Hübner, Barbara Hüttenkofer, Marlene Welker, fünf Schülerinnen und Schüler des Albrecht-Altdorfer-Gymnasiums in Regensburg, forderten eine bessere Schulung von Lehrerinnen und Lehrern im Umgang mit digitalen Hilfsmitteln für eine gute Bildung. Gleichzeitig sahen sie aber nicht die Notwendigkeit, jede Unterrichtsstunde mit digitalen Hilfsmitteln zu gestalten. Über Klassen- oder Schulclouds könnten Unterrichtsinhalte aber besser für alle zugänglich gemacht werden.

Eine weitere Forderung der Schülerinnen und Schüler, die für die Landespolitiker Annette Karl und Tobias Reiss allerdings kein Thema war, bezog sich auf die Kompetenzen in der Bildungspolitik, die eher beim Bund liegen sollten, um die Digitalisierung in der Bildung zentral steuern zu können. Prälat Bernhard Piendl, Landes-Caritasdirektor in Bayern, sprach sich dafür aus, dass gerade in einer digitalen Gesellschaft die Bildung sicherstellen müsse, dass sie gleiche Startchancen für alle schaffe, und bekam mit dieser Forderung viel Unterstützung aus dem Publikum und der weiteren Podiumsgäste. Auch das lebenslange Lernen wurde in der Diskussion als wichtige Grundlage für eine erfolgreiche Berufskarriere und einen erfolgreichen Wirtschaftsstandort betont, wenn auch Uneinigkeit darüber bestand, wie verpflichtend dieses Lernen im Beruf durch Fort- und Weiterbildungen sein solle.

Bessere Infrastruktur, Fachkräfte und mehr Mut als weitere Themen

Neben Work-Life-Balance und Bildung wurden weitere Themen im Denkraum Digitales Bayern diskutiert. Dr. Veronika Fetzer, Projektleitung der Digitalen Gründerinitiative Oberpfalz, machte deutlich, dass die Start-Ups auf Fachkräfte angewiesen seien, im Wettbewerb mit den Großunternehmen aber keine ausreichende Sichtbarkeit als guter und spannender Arbeitgeber haben. Tobias Reiss, stellvertretender Vorsitzender und Parlamentarischer Geschäftsführer der CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag, betonte die Bedeutung einer flächendeckenden digitalen Infrastruktur im Freistaat als Grundlage jeglicher digitalen Entwicklung und verwies auf entsprechende Förderprogramme der Landesregierung, um den Ausbau zu unterstützen. Dr. Niclas Krauss, Geschäftsbereichsleiter Vertrieb Post Süd der Deutsche Post AG und damit Vertreter des Denkraum-Hauptpartners Deutsche Post DHL Group, forderte von Deutschland mehr Mut und Entschlossenheit, die digitale Transformation zu gestalten und dabei auch Fehler zu machen, um daraus zu lernen.

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Unsere Mitdenker

Jacob Birkenhäger

Moderation, IFOK

Bertram Brossardt

Hauptgeschäftsführer vbw - Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e.V.

Prof. Dr. Dr. h.c. Manfred Broy

Gründungspräsident und wissenschaftlicher Geschäftsführer, ZD.B Zentrum Digitalisierung.Bayern, Mitglied des Zukunftsrats der Bayerischen Wirtschaft

Dr. Veronika Fetzer

Projektleitung Digitale Gründerinitiative Oberpfalz (DGO)

Matthias Jena

Vorsitzender des DGB Bayern

Annette Karl, MdL

Wirtschaftspolitische Sprecherin der BayernSPD-Landtagsfraktion

Dr. Niclas Krauss

Geschäftsbereichsleiter Vertrieb, Post Süd, Deutsche Post AG

Prälat Bernhard Piendl

Landes-Caritasdirektor Bayern

Tobias Reiß, MdL

Stellvertretender Vorsitzender und Parlamentarischer Geschäftsführer der CSU-Fraktion

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