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Angela Merkel „Wir haben die Möglichkeiten für ein digitales Wirtschaftswunder. Die Frage ist, ob es in Deutschland stattfindet.“
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Denkraum

Digitale Transformation

Der Denkraum Digitale Transformation fand am 5. Juli 2016 ganztägig in München statt und ermöglichte einen vertieften Dialog zur digitalen Transformation der Gesellschaft und der Wirtschaft und den damit verbundenen Herausforderungen für die Soziale Marktwirtschaft. Vertreter aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft sowie Bürgerinnen und Bürger aus der Region diskutierten die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Veränderungen durch die Digitalisierung und wie die Soziale Marktwirtschaft im digitalen Zeitalter weiterentwickelt werden kann. Themenpate für die digitale Transformation ist Siemens.

Mitdenken & Gestalten

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Denkraum Digitale Transformation erlebten Diskussionen und Impulse über Chancen und Risiken der Digitalisierung sowie den daraus folgenden Konsequenzen für Wirtschaft, Arbeit, Bildung und Gesellschaft. Die Geschwindigkeit der Veränderung werde nie wieder so langsam sein wie heute – mit diesem Denkanstoß eröffnete F.A.Z.-Herausgeber Holger Steltzner den Denkraum in München und lieferte damit direkt den Einstieg in eine kontroverse Diskussion.

Ist Deutschland noch eine Gründernation? Gibt es genug Menschen, die neue Ideen entwickeln und mit eigenen Geschäftsideen ihr eigenes Unternehmen aufbauen? In dieser Frage waren sich Dr. Helmut Schönenberger, Geschäftsführer der unternehmerTUM GmbH und Prof. Dr. Isabel Welpe, Inhaberin des Lehrstuhls für Strategie und Organisation an der TUM, nicht einig. Professorin Welpe beklagte, dass man, wenn man heute „deutsche Gründer“ google, nur schwarz-weiß Bilder finde. Dabei seien heute Geschäftsinnovationen wichtiger als Produktinnovationen. Wer in der digitalen Welt als Unternehmer erfolgreich sein wolle, der müsse effiziente Prozesse, ein innovatives Geschäftsmodell haben und vom Kunden her denken.

Mit den weiteren Diskutanten Thomas Dapp, Analyst der Deutschen Bank Research, und Stefan Müller, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung, waren Schönenberger und Welpe sich einig, dass die Anstrengungen im Bereich digitaler Innovationen, Gründer- und Unternehmertum sowie in der Bildung und Ausbildung verstärkt werden müssen, um die Wettbewerbsfähigkeit von Deutschland und Europa zu erhalten.

Ein erfolgreiches Beispiel digitaler Innovationen im sozialen Bereich stellte Vincent Zimmer vor, der mit Kiron Open Higher Education eine digitale Plattform gründete, die Flüchtlingen den Zugang zu universitärer Bildung ermöglicht. Flüchtlinge können dabei unabhängig von ihrem rechtlichen Status online anfangen zu studieren. Erst später schreiben sie sich an Partneruniversitäten ein, wo die erbrachten Leistungen angerechnet werden. Durch massive open online courses (MOOC) könne darüber hinaus ein attraktives Bildungsangebot vor Ort bereitgestellt und neue Wege für ein selbstbestimmtes Leben anstatt ein Leben der Flucht eröffnet werden.

Jugendliche stellten die Ergebnisse vor, die sie im Vorfeld beim Denkraum Jugend denkt vor in Dortmund erarbeitet haben. Die Projektideen reichten von einer Jobplattform für Selbstständige, einer Plattform für Videobewerbungen, Beratungsangeboten zum sicheren Umgang im Internet bis hin zur Zukunft der digitalen Medizin. Zudem feierte die DenkraumSchau, die von den Jugendlichen über den Jugenddenkraum gedreht wurde, seine Premiere.

Prof. Dr. Michael Hüther, Direktor des IW Köln, stellte in seinem Impulsvortrag heraus, dass Digitalisierung wirtschaftliches Wachstum fördere. Die zentrale Herausforderung der digitalen Transformation läge jedoch darin, dass Strukturwandel sich in großer Geschwindigkeit vollziehe, während sozialer Fortschritt Zeit brauche. Beides in Einklang zu bringen, wirtschaftliche Entwicklung und sozialen Fortschritt, sei schon immer eine Kernkompetenz der Sozialen Marktwirtschaft gewesen, die sie jetzt, in Zeiten der digitalen Revolution, unter Beweis stellen müsse.

In einer weiteren Diskussionsrunde waren sich Markus Blume, Mitglied des Bayerischen Landtags, Dr. Hagen Gehringer, Geschäftsführer der Bausch + Ströbel Gmbh und Co. KG. und Prof. Dr. Siegfried Russwurm, Mitglied des Vorstands der Siemens AG, einig, dass in der digitalen Transformation große Chancen für mehr Wachstum in Deutschland und Europa liegen. Wie wir jedoch dafür Sorge tragen, dass keine Teile der Bevölkerung bei der digitalen Transformation abgehängt werden, und wie wir Leben und Arbeiten im Zeitalter der Industrie 4.0 gestalten, das stand im Zentrum der letzten Diskussionsrunde mit Marc-Sven Kopka, Vice President External Affairs bei XING, Janina Kugel, Mitglied des Vorstands der Siemens AG, Dr. Detlev Ruland, Mitglied des Bereichsvorstandes Post – eCommerce – Parcel der Deutschen Post DHL Group, sowie Hans Sterr, ver.di Pressesprecher des Landesbezirk Bayern. Die Diskutanten blieben skeptisch, ob ein Grundeinkommen ein Modell für die Zukunft sein kann.

Während der Podiumsdiskussionen wurden aufkommende Fragen und Kommentare der Teilnehmerinnen und Teilnehmer durch das IFOK.ideactive Tool in Echtzeit in die Diskussion zurückgespielt und von den Podiumsteilnehmern aufgegriffen.

In den sogenannten Szenario-Denkräumen wurden die Diskussionen weiter vertieft. In buntgemischten Kleingruppen mit Vertretern der Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft wie auch Bürgerinnen und Bürgern wurde zu den Themen Wirtschaftssystem, Soziales und Gesellschaft, Bildung und Arbeit wie auch zu Wohlstand und gutes Leben diskutiert. Die erarbeiteten Ergebnisse und Lösungsansätze wurden danach von den Paten der Szenario-Denkräume im Plenum vorgestellt.

Zwischenfazit

Die digitale Transformation betrifft alle Lebensbereiche, die Arbeit, das Miteinander, die Mobilität, die Wirtschaft. In vielen Diskussionen und Gesprächen der Teilnehmer wurde deutlich, dass die Chancen und Potentiale der Digitalisierung zum Wohle der Gesellschaft und der Wirtschaft genutzt werden müssen. Trotz Skepsis und Ängsten müssen alle Teile der Gesellschaft bei der Digitalisierung mitgenommen werden, damit der wirtschaftliche Strukturwandel auch zu sozialem Fortschritt führt.

 

 

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Unsere Mitdenker

Dr. Hans-Peter Meister

Tagesmoderation, Gründer, IFOK, Mitglied des Gesellschafterausschusses

Carsten Knop

Tagesmoderation, Verantwortlicher Redakteur für Unternehmens- und Wirtschaftsberichterstattung, F.A.Z. 

Holger Steltzner

Herausgeber, F.A.Z.

Rudolf Martin Siegers

Leiter, Siemens Deutschland

Thomas Dapp

Analyst, Deutsche Bank Research

Prof. Dr. Isabell Welpe

Lehrstuhl für Strategie und Organisation, Technische Universität München

Dr. Helmut Schönenberger

Geschäftsführer, unternehmerTUM

Prof. Dr. Michael Hüther

Direktor, IW Köln

Janina Kugel

Mitglied des Vorstands, Siemens

Hans Sterr

Pressesprecher, Landesbezirk Bayern, ver.di

Markus Blume

MdL, Bayerischer Landtag

Prof. Dr. Siegfried Russwurm

Mitglied des Vorstands, Siemens

Dr. Hagen Gehringer

Geschäftsführer, Bausch + Ströbel

Stefan Müller

MdB, Parlamentarischer Staatssekretär, Bundesministerium für Bildung und Forschung

Wassim Saeidi

Geschäftsleitung, WS Kunststoff-Service GmbH

Dr. Marcus Trapp

Hauptabteilungsleiter Embedded Systems, Fraunhofer IESE

Dr. Oliver Stengel

Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Nachhaltigkeitswissenschaft, Hochschule Bochum

Dr. Horan Lee

Wissenschaftlicher Mitarbeiter Fachgruppe Soziologie, Institut für Rechts- und Sozialwissenschaften, Universität Hohenheim

Vincent Zimmer

Mitgründer und Geschäftsführer, Kiron University for Refugees

Dr. Detlev Ruland

Mitglied des Bereichsvorstands Post - eCommerce - Parcel, Deutsche Post DHL Group

Hans Sterr

Pressesprecher, Landesbezirk Bayern, ver.di

Wiebke Elsner

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Rami Taha

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Farras Fathi

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Veranstaltung am 05. Juli in München