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Richard von Weizsäcker „Soziale Marktwirtschaft vollzieht sich nicht in Gesetzbüchern, sondern im Denken und Handeln der Menschen.“
#Denkraum

Little less conversation, little more action

Denkraum Für Soziale Marktwirtschaft

„Es gelingt uns in den letzten 20 bis 30 Jahren nicht, aus den Erfindungen Innovationen zu machen, Technik und Markt so zusammenzubringen, dass wir das in die Welt exportieren können (…). Wir waren vor 100 Jahren eine Gründernation, sind es aber nicht mehr.“

Isabel Welpe, Professorin für Strategie und Organisation an der Technischen Universität München, bringt die Probleme der deutschen Wirtschaft beim Denkraum Digitale Transformation auf den Punkt. Statt eigene Erfindungen zu machen, laufen wir oft den Entwicklungen im Silicon Valley hinterher. „Wir bauen tolle Autos, aber haben keine eigenen Systeme, die alles vernetzen“, sagt Thomas Dapp, Analyst bei Deutsche Bank Research, und fragt: „Wo ist das deutsche Unternehmen mit einer Milliarden Kunden?“ Die Kommunikation zwischen Benutzern und Unternehmen finde via Google, IOS und Facebook statt, auch im selbstfahrenden Auto.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Szenario-Denkraum zu Bildung und Arbeit beim Denkraum Digitale Transformation setzen hier an. Ihre Botschaft für mehr Innovationen lautet: „Little less conversation, little more action.“ Die Aussage dahinter: Wir müssen schneller in die Umsetzung kommen und dann aus Fehlern lernen.

Für eine neue Fehlerkultur macht sich auch die Gründerin Friederike Tschacksch von „Gegessen wird immer“ beim Denkraum Fazit stark. Scheitern sei in der deutschen Gesellschaft nicht positiv besetzt, sondern verpönt. Niemand rühme sich arbeitslos zu sein, obwohl eine Phase der Arbeitslosigkeit gerade auch eine Phase der Umorientierung sein könne, die Chancen bereithält neue Möglichkeiten zu entdecken. Tschacksch fordert, dass wir mehr Risiko wagen müssen.

Die Gedanken von Tschacksch greifen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Denkraum Fazit auf und entwickeln an der Station „Wie wir lernen und arbeiten wollen“ im Café SoMa die Idee eines Jahres des Scheiterns: Junge Menschen sollen nach der Schule ein Jahr lang Zeit haben, sich auszuprobieren und zu scheitern, um daraus zu lernen und Dinge besser zu machen. Tanja Gönner, Vorstandssprecherin der Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit, sagt dazu im Videostatement, dass es nicht ein Jahr, sondern eine Kultur des Scheiterns brauche.

Im Szenario-Denkraum zum Wirtschaftssystem teilen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Denkraum Digitale Transformation Gönners Ansinnen: Speziell in Deutschland müsse die Null-Fehler-Kultur Platz machen für risikofreudiges Ausprobieren neuer Ideen. Systeme müssten neu gedacht und das bisherige Denken und Handeln hinterfragt werden, damit sich unternehmerisches Handeln im digitalen Wandel neu entfalten kann. Das Denken in Grenzen (und Grenzkosten) behindere den Wandel.

Wie können wir den nötigen Wandel anstoßen? Ein Teilnehmer des Denkraum Digitale Transformation schreibt: „Lasst uns die wilden jungen Unternehmer besser finanzieren. Das ist ein Anschubsmotor für ein Ökosystem, von dem auch die Großen profitieren.“ Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble stimmt dem Gedanken beim Denkraum Fazit zu und wünscht sich mehr Risikokapital für StartUps.

StartUps besser fördern, mehr Risiko wagen, mehr Fehler machen, schneller umsetzen, aus dem Scheitern lernen. Die Ansätze sind da, aber lässt sich ein solcher Mentalitätswechsel der deutschen Kultur der Gründlichkeit einfach vollziehen? Professor Clemens Fuest, Präsident des ifo Instituts, verneint: Unsere Mentalität sei nicht kurzfristig wechselbar. Wichtiger sei, dass wir Rahmenbedingungen wie das Steuersystem ändern, um Risikobereitschaft und Unternehmensgründungen zu steigern.

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