Menü

Login

Login-Passwort zurücksetzen

Sie können jetzt Ihr Passwort zurücksetzen. Ihr neues Passwort wird an die angegebene E-Mailadresse gesendet.

Passwort wurde zurückgesetzt. Sie erhalten in Kürze eine E-Mail mit Ihrem neuen Passwort.

#Denkraum

Alle Eltern wollen das Beste für ihre Kinder

Dr. Jürgen Wüst, Abteilungsleiter Inland und Kommunikation, Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie

Eltern auf der ganzen Welt verbindet die Sorge um ihre Kinder. Allen religiösen, kulturellen, geografischen und politischen Unterschieden zum Trotz: Eltern wünschen sich die bestmögliche Zukunft für ihre Kinder. Dafür sind sie bereit, sehr viel zu riskieren, bis hin zu dem wertvollsten, was sie geben können: ihr eigenes Leben. 

Doch wir kennen auch andere Fälle: Vernachlässigung, Missbrauch bis hin zur Kindstötung -  schockierende Fälle, deren mediale Aufmerksamkeit unser Bild von Familie mitprägt. Und es gibt die spezifisch deutsche Perspektive der negativ konotierten „Rabenmutter“, für die es in anderen Sprachen keinen vergleichbaren Begriff gibt: Mütter, die Berufstätigkeit und Karriere der Versorgung der Kinder vorzuziehen scheinen. Sie würden ihre Kinder am liebsten morgens vor der Kita aus dem Auto springen lassen und sie am Abend am besten bettfertig wieder mitnehmen.

Viele fühlen sich berufen, die mangelnde Erziehungskompetenz von Eltern anzuprangern, einen Elternführersein zu fordern oder zumindest mit Trainingsangeboten sicher zu stellen, dass Eltern auch wirklich wie Eltern handeln können. Von außen betrachtet und gemessen an gesellschaftlichen Normvorstellungen von guter Elternschaft sieht es aus, als wollten doch nicht alle Eltern das Beste für ihre Kinder, sondern einige oder gar viele das Beste für sich selbst zu Lasten der Kinder. Doch widerlegt das vermeintliche Scheitern die eigentliche Intention? Mitnichten, denn alle Eltern wollen das Beste für ihre Kinder.

Wie können wir sicherstellen, dass Eltern nicht scheitern und versagen, die im Kern das Beste geben wollen, aber aufgrund von Herkunft, Bildung oder eigener Sozialisation nicht wissen, was das Beste ist? Eltern werden ist leicht, Eltern sein dagegen nicht. Oft sind es Kleinigkeiten, die den Unterschied zwischen gut und weniger gut gelingender Elternschaft ausmachen. Dazu gehören unter anderem Anerkennung und Wertschätzung. Eltern investieren grundsätzlich über ihre Kinder in unsere Gesellschaft. Für diese Zukunftsinvestition sind die meisten Eltern bereit, persönliche Bedürfnisse zurück zu stellen. Wo zu viele Bedürfnisse nicht mehr erfüllt werden können, braucht es Austausch mit anderen und gegebenenfalls Unterstützung. 

Vielen Eltern helfen Orte, wo sie sich willkommen und als Experten für das Aufwachsen ihrer Kinder wertgeschätzt fühlen. Eltern gewinnen Anerkennung, wenn sie eigene Erfahrungen und Wissen einbringen und weitergeben können. Sie brauchen Orte, an denen religiöse, kulturelle, geografische und politische Unterschiede in den Hintergrund und die gemeinsame Sorge um die Zukunft der Kinder in den Vordergrund treten. Willkommensorte wie die allen Eltern offenstehenden Treffpunkte Drop In(klusive) sind ein Beispiel für Stärkung von elterlicher Motivation, für Kinder das Beste zu wollen und es auch zu erreichen. Wo Eltern sich zusammentun und gemeinsam Vielfalt und Unterschiedlichkeit zum Wohle ihrer Kinder überbrücken, entsteht eine verbindende und verbindliche Gemeinschaft. Es werden Fundamente gebaut, auf denen Kinder ihre Zukunft bauen können.

Teilen