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#Denkraum

Zukunftsmodell Soziale Marktwirtschaft

Deutschland wird für seine Wirtschaftskraft weltweit geachtet und um seinen sozialen Frieden beneidet. Beides verdanken wir nicht zuletzt dem Konzept der Sozialen Marktwirtschaft. Es war eine der wichtigsten Grundlagen für den wirtschaftlichen Aufstieg Deutschlands nach Krieg und Zerstörung. Und es ist bis heute Garant für Wohlstand und gesellschaftlichen Zusammenhalt: mit klar erkennbaren, verlässlichen Konturen, aber stets anpassungsfähig genug, um auch gravierende politische und wirtschaftliche Umwälzungen zu überdauern.

Dem mit diesem weltweit einzigartigen Modell verknüpften Versprechen, Wohlstand für alle zu schaffen, ist Deutschland näher gekommen als viele andere Industrienationen. Zugleich hat Deutschland in den zurückliegenden Jahrzehnten hinlänglich bewiesen, dass die von den Urvätern der Sozialen Marktwirtschaft postulierte Versöhnung von freiem Wettbewerb und sozialem Fortschritt möglich ist.

Die Idee der Verknüpfung ökonomischer und sozialer Ziele inspiriert längst auch das Unternehmertum. Es ist heute allgemein anerkannt, dass der exklusive Fokus auf Gewinnmaximierung und Wertschaffung für die Aktionäre zu kurzsichtig ist. Rendite und Verantwortung für Mensch und Umwelt schließen sich nicht gegenseitig aus, sie bedingen einander. Nachhaltiger betriebswirtschaftlicher Erfolg ist nur möglich, wenn die berechtigten Interessen der verschiedenen Stakeholder-Gruppen ernst genommen und ausbalanciert werden, wenn aus Respekt, Transparenz und Dialogbereitschaft eine Vertrauensbasis entsteht.

Unternehmen, die diesem Anspruch nicht gerecht werden, werden auf Dauer am Markt nicht bestehen. Diese Erkenntnis spiegelt sich bei Deutsche Post DHL Group im Leitbild „Respekt und Resultate“ wider, das integraler Bestandteil der Konzernstrategie ist. Dieses Begriffspaar übersetzt einen Grundgedanken der Sozialen Marktwirtschaft – die Vereinbarkeit von Gewinnstreben und verantwortlichem Handeln – in einen für alle Stakeholder verständlichen Orientierungsrahmen.

Dass sich gerade Deutsche Post DHL Group frühzeitig dazu bekannt und ihr Handeln danach ausgerichtet hat, ist kein Zufall. Als führender Post-Dienstleister sind wir nicht nur Teil der Daseinsvorsorge, sondern zugleich auch einer der wichtigsten Arbeitgeber Deutschlands. Daraus erwächst eine wesentliche gesellschaftliche Verantwortung, der wir uns heute auch als börsennotierte Aktiengesellschaft stellen. Zugleich empfinden wir als Marktführer die Verpflichtung, Vorreiter für eine nachhaltige Logistik zu sein und mit unseren Leistungen nicht nur Menschen zu verbinden, sondern ihr Leben zu verbessern. Wir leisten damit einen Beitrag zur Bewältigung der Probleme und Herausforderungen, vor denen die Welt heute steht.

Nachhaltigkeit und gesellschaftlicher Wertbeitrag, kombiniert mit gewinnorientiertem, effizientem Wirtschaften im Wettbewerb: Das Gedankengut der Sozialen Marktwirtschaft ist auf gesamtwirtschaftlicher Ebene ebenso tragfähig wie auf Unternehmensebene – auch im 21. Jahrhundert.

Und doch besteht Anlass zur Sorge um den gesellschaftlichen Konsens, der unser Land über Jahrzehnte hinweg getragen hat. Die Marktwirtschaft, selbst in ihrer sozial abgefederten deutschen Ausprägung, leidet unter einem gravierenden Akzeptanzproblem. Das Grundvertrauen in die Wirtschaftseliten und in das auf Freiheit und Eigeninitiative basierende marktwirtschaftliche System hat seit der Finanzkrise spürbar gelitten, der Respekt vor dem Unternehmertum nicht minder. Wirtschaft und Gesellschaft entfernen sich zunehmend voneinander. In einem Klima des Misstrauens und wachsender Unsicherheit gedeiht schnell eine neue Lust am staatlichen Eingriff, die oft in Überregulierung mündet. Soziale Daseinsfürsorge, so scheint es, steht heute höher im Kurs als wirtschaftliche Wertschöpfung.

Ein offener Dialog zwischen Politik und Wirtschaft, zwischen Bürgern und Managern, zwischen Meinungsmachern und Vordenkern ist deshalb das Gebot der Stunde. Es geht um eine Rückbesinnung auf das, was uns als Gesellschaft stark gemacht hat, und um einen neuen Konsens darüber, was unsere Stärke künftig ausmachen wird. Wir sind davon überzeugt: Die Soziale Marktwirtschaft ist kein Auslauf-, sondern ein Zukunftsmodell. Sie braucht keine grundlegende konzeptionelle Überarbeitung, aber im Zeichen von Globalisierung, Digitalisierung und Migration frische Impulse. Im Denkraum Für Soziale Marktwirtschaft werden sie entstehen.

„Die Soziale Marktwirtschaft ist das Fundament unserer wirtschaftlichen Stärke. Ich bin überzeugt, dass dieses Projekt wichtige Impulse geben wird, um das Erfolgsmodell Soziale Marktwirtschaft fit für die Zukunft zu machen.“

Dr. Frank Appel | Vorstandsvorsitzender, Deutsche Post DHL Group

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